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Ping-Pong Diplomatie

 

Im Film "Forrest Gump" wird unter anderem dargestellt wie die amerikanische Tischtennis-Nationalmannschaft mit dem Titelhelden in ihren Reihen ihren Anteil daran hatte die Beziehungen zwischen den Vereinigten Staaten und der Volksrepublik China während der Zeit der sog. "Ping-Pong-Diplomatie" Anfang der 70-er Jahre  zu verbessern.

 

Einige Zeit zuvor hatten sich die großen kommunistischen Mächte Sowjetunion und China Grenzgefechte am Ussuri-Fluss geliefert. Sie beschuldigten sich gegenseitig, vom wahren Weg des Sozialismus abgekommen zu sein. China befand sich damals mitten in der Kulturrevolution unter Mao. Es hätte sicher auch anders aussenpolitisch agieren können als in dieser Phase der Schwierigkeiten mit den Sowjets eine Annäherung an die Amerikaner im Rahmen von Geheimverhandlungen und später bilateraler Gespräche auf höchster Ebene zu suchen.

 

Mao, Kissinger und Ford in Peking
Mao, Kissinger und Ford in Peking

Sicher, in China war es nach den Wirren der Kulturrevolution im Gegensatz zur Sowjetunion plausibler dass mit der Übernahme der Macht durch "pragmatischere" Kräfte wie Deng Xiaoping eine politische und ökonomische Wende und innenpolitisch damit eine wohltuende Beruhigung eingeleitet wurde. Warum also nicht auch ein wenig mit den USA reden ?

 

Gorbatschow kam dann Anfang der 80-er mit seiner Reformpolitik. Was mich interessiert, ist, ob es auch ganz andere Ursachen hat dass solche Politiker in den beiden grössten kommunistischen Ländern auf den Plan getreten sind. Jene, welche das Ende der bipolaren Weltordnung eingeleitet haben. Und dies vielleicht nicht unbedingt aus innenpolitischem Druck oder aussenpolitischem Pragmatismus.

 

Fakt ist, dass die Sowjetunion und China enormes menschliches Leid durch die Transformation ihrer Gesellschaften zum Kommunismus durch ein neues Menschenbild, hemmungslose Zerstörung sozialer Strukturen und Aufbau sozialistischer Planwirtschaften erzeugt bzw. erduldet haben. Alle alten Werte mussten zerstört werden. Alles was einmal heilig war verfiel der Bedeutungslosigkeit. Hinzu kamen die Wirkungen und Nachwirkungen des 2. Weltkrieges auf beide Länder sowie die Belastung durch Kriege an Chinas Peripherie in Korea und Vietnam.

 

Als ob das alles noch nicht genug war sahen sich beide Protagonisten der kommunistischen Idee einem zunehmenden Wettrüsten von seiten der Amerikaner ausgesetzt. Amerikanische Rüstungsfirmen verdienten gut am Krieg und an der Rüstung. Krieg war und ist der Daseinsgrund der amerikanischen Wirtschaft. Sozialistischen Planwirtschaften fiel es schwer, ihre Wirtschaft auch in "Friedenszeiten" auf den Erhalt militärischer Gleichgewichte auszurichten anstatt auf den Aufbau einer neuen gerechteren und friedlicheren Welt. Und je mehr sie den militärischen Wettlauf mit den Vereinigten Staaten aufnahmen umso gefährlicher wurde die Lage für die ganze Welt.

 

Ich denke nicht dass die Parteiführungen in Peking und Moskau damals so inhomogen und reformerisch gestimmt waren dass sie sich machtpolitisch nur auf Leute wie Deng und Gorbatschow einigen konnten. Noch glaube ich, dass Deng und Gorbatschow ihre Ämter zwingend notwendig den Machtkonstellationen in der Gesellschaft und Zugeständnissen an wichtige reformorientierte Kreise zu verdanken haben.

 

Wenn man zurückblickt auf die Entwicklung im ehemaligen Ostblock seit Ende der 70-er Jahre steht die Idee des Kommunismus heute als grosser historischer Verlierer da. Selbst in China, wo die kommunistische Partei die Fäden noch fest in der Hand hält war der Reichtum einer gewissen Schicht, der durch Korruption und Ausbeutung der eigenen Bevölkerung angehäuft wurde, bis vor kurzem kaum der Rede wert.

 

Dennoch steht die chinesische Parteiführung heute nicht ganz mit leeren Händen und abgekauftem Idealismus da. China ist momentan der grösste Käufer amerikanischer Staatsanleihen. Dank seiner gewaltigen Handelsüberschüsse als Exportweltmeister verfügt es mittlerweile auch über die grössten Devisenreserven der Welt. Es ist die grösste Volkswirtschaft der Welt, der grösste Exporteur. Mit einem riesigen Binnenmarkt. Es investiert in grossem Stil in zukünftige Märkte in Lateinamerika, Afrika und Asien und arbeitet an einer Spitzenposition in zukunftsorientierten Technologien.

 

Russland, das mit China durch Zusammenarbeit im BRICS-Kreis und in bilateralen Kooperationen eng verbunden ist steht auch nicht wesentlich schlechter da. Auch hier ermöglichen hohe Erlöse aus Gas-und Ölexporten eine stabile wirtschaftliche Entwicklung und aussenpolitisches Selbstbewusstsein.

 

Natürlich klingt es erst einmal absurd wenn man behauptete Moskau und Peking hätten ihren eigenen Untergang bzw. ihre Transformation vorsätzlich initiiert. Um damit den Westen mit seinen eigenen Mitteln ( kommerziell / wirtschaftlich ) zu schlagen und die Welt vor einem Atomkrieg und ständigen desaströsen regionalen Blockkonflikten zu verschonen.

 

Aber weiss man´s ? "Dumm ist der, der Dummes tut."
( Forrest Gump )"Dumm ist der, der Dummes tut." ( Forrest Gump )

 

Forrest Gump sagt auf einer Parkbank den Satz: "Das Leben ist wie eine Schachtel Pralinen, man weiss nie, was man kriegt."

 

Vielleicht hätte sich ja Henry Kissinger seine Reisen nach Peking damals sparen und besser im kuscheligen Bohemian Grove bleiben sollen....

 

Scheiss Ping-Pong !

 

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Ping-Pong-Diplomacy

In one scene of the American film "Forrest Gump" it is shown how the U.S. table tennis national team with the eponymous hero in her rows had her portion to improve the relations between the United States and the People's Republic of China during the time of the so-called "Ping Pong diplomacy" in the beginning of the 70-s.

Some time before the big communist powers as for the Soviet Union and China had some border clashes near Ussuri river in the Far East. They accused themselves mutually of having left the true way of socialism. At that time China was in the middle of the cultural revolution under Mao. I believe that China could have operated certainly differently in terms of foreign policy as in this phase of the difficulties with the Soviets than to look for closer ties to the common capitalist adversary U.S. within the scope of confidential negotiations and later of bilateral talks at the highest level.

 

Certainly, in China it was even more likely that after the confusion of the cultural revolution rather than in the Soviet Union together with the takeover of the power by "more pragmatic" forces like Deng Xiaoping a political and economic turn and on the domestic front a wholesome reassurance was initiated. Why also do not talk a little with the U.S. ?

Some years later in the beginning 80ies Gorbachev turned on the scene with his reformist policy. What interests me, is whether it also has maybe quite multiple causes that such powerful politicians in both biggest communist countries were chosen leaders - given their self-weakening reformist agenda. Which initiated the end of the bipolar world order. And this was not necessarily due neither to domestic pressure nor foreign-policy pragmatism.

 

Fact is that both the Soviet Union and China have generated huge human grief in the transformation of their societies towards communism with a new image of man and the construction of socialist planned economies. All old values had to be destroyed. Everything that was once holy turned almost insignificant. Further more the effects and after-effects of the 2nd world war on both countries as well as the load caused by wars in the periphery in Korea and Vietnam were weakening both big countries .


As if that all that was yet was not enough both protagonists of the communist idea were submitted to an increasing arms race from the side of the Americans. American armament companies well earned on the war and on armament. War was and is the existence reason of the American economy. It was difficult for socialist planned economies to straighten their economy in "peacetime" too on the preservation of military balance with costly military armament instead on the construction of a new fairer and more peaceful world. And the more they tried to callenge with the U.S. the more dangerous that whole insanity became.

 

I do not think that at that time the party leadership was so inhomogenous in Peking and Moscow or even turned completely reformist that they they could only unite on people like Deng and Gorbachev. Still I think that neither Deng and Gorbachev owe their positions to the power constellations in the society and possible concessions to important circles who oriented to reform.

If you look back at the development in the former Eastern bloc since the end of the 70-s today the idea of communism is held for the big historical loser. Even in China where the communist party holds the threads still firmly in their hand, the wealth of a certain elite which was accumulated by corruption and exploitation of the own population was till recently hardly worth of speaking in public.

 

Today the Chinese communist party still does not stand there completely with empty hands and offsold idealism. China is at the moment the biggest buyer of American state loans. Thanks to its immense commercial profits as an export world champion it disposes meanwhile also of the biggest foreign exchange reserves of the world. It is the biggest national economy of the world, the biggest exporter. With a gigantic home market. It invests in big style in future markets in Latin America, Africa and Asia and works on a top position in future-oriented technologies.

Russia which is a close friend to China by cooperation in the BRICS circle and in bilateral cooperations also does not stand there substantially worse. High yields from gas exports and oil exports allow a stable business development and self-confidence in foreign policy.

 

Of course it sounds quite absurd to assume that Moscow and Peking would have initiated their own destruction as world powers nor their economic transformation deliberately. Just in order to hit the west with his own means (commercially / economically) and to spare the world of a nuclear war and constant disastrous regional block conflicts.

However, do we know it for certain ?

 

On a park bench Forrest Gump says the words: "The life is like a box of chocolates, one never knows what one gets."

Maybe Henry Kissinger would better did without his trips to Peking and rather stayed in in snug Bohemian Grove....

Damned pingpong!


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